Kletterzentrum Brixen „Vertikale“

  • ARGE Wolfgang Meraner / Martin Mutschlechner
  • Aufraggeber: Gemeinde Brixen
  • Ort: Areal Priel | Brixen
  • Jahr: 2009

Das „Kletterzentrum Brixen“ entsteht an einem städtebaulich sehr prominenten Ort in Brixen; diesem Umstand wird durch einen hohen ästhetischen und gestalterischen Anspruch in der Planung und Ausführung dieses Projektes Rechnung getragen.
Das Gebäude der neuen brixner Kletterhalle bildet den Angelpunkt zwischen den bestehenden Bauten und den neu zu errichtenden Kubaturen an der Geländekante.
Ein zur Hälfte im Hang ruhender Infrastruktursockel bildet das Fundament für drei freistehende Klettertürme- bzw. Wände; diese tragen das Dach von welchem die Fassade abgehängt wird. Die Fassade der Kletterhalle bildet die Schnittstelle zwischen der Umwelt und dem Nutzer im Inneren des Gebäudes. Sie erfüllt wesentliche klimatechnischen und bauphysikalische Anforderungen wie Witterungs- und Schallschutz und wirkt als „transparenter“ Filter zwischen Innen und Außen. Membranartig reagiert sie mit ihrer eigenen Dynamik auf äußere und innere Einflüsse. Durch den mehrschichtigen Fassadenaufbau entsteht ein Moiré Effekt, der für den bewegten Betrachter immer neue Eindrücke schafft, den Nutzer im Inneren der Halle und den Betrachter Außen in ein dynamisches Verhältnis zur Kletterhalle stellt.
Die an moderne Gebäudehüllen gestellten Anforderungen sind sommerlicher und winterlicher Wärmeschutz, Tageslichteintrag, Blendschutz, Lüftungsmöglichkeit und Kontakt zur Außenwelt. Die Fassade der Kletterhalle funktioniert daher als ganzheitliches System und ist gemeinsam mit der Firma Transsolar aus Stuttgart entwickelt worden.

In der Planung der Kletterhalle sind ökologische Aspekte und Nachhaltigkeit Grundvoraussetzung. Dies wird gewährleistet durch eine detaillierte Planung und ein ausgeklügeltes Klimakonzept mit einer „intelligenten“ Fassade, Lüftung bzw. Wärmespeicherung durch Zwischenzonen im Fassadenaufbau, sowie Schaffung von Speichermassen im Gebäude. Durch die Funktionalität der Fassadenhülle, die natürlichen Be- und Entlüftung sowie die Nutzung von Erdwärme ist eine mechanische Kühlung nicht notwendig. Das von Transsolar entwickelte Klimakonzept wurde dann als Grundlage für die Ausführung vom Büro Klammsteiner Felderer verwendet und umgesetzt.
Im Erdgeschoss befinden sich der Boulder Bereich, die Umkleiden, Toiletten sowie sämtliche Nebenräume. Im Obergeschoss auf Höhe des Stadtparks liegt westseitig der Eingangsbereich mit Klettertreff, Verleih und Kartenausgabe. Das Lager sowie die sanitären Anlagen für Rollstuhlfahrer sind im größten der drei Klettertürme untergebracht. Die Erschließung in das Erd- bzw. Obergeschoss befindet sich ebenfalls innerhalb dieses Kletterturmes. Der Schulungsbereich ist als Emporengeschoss in den Raum eingefügt.

Das gewählte Konzept macht die Halle tauglich für Sport- und Freizeitkletterer, für Schulung und Wettbewerb.
Eine Wand im Osten fungiert als Kletterfläche im Freien. Im Zuge einer Erweiterung sind freistehende Klettertürme vorgesehen.