Wohnhaus HP

  • Umbau und Erweiterung
  • Aufraggeber: privat
  • Ort: Brixen
  • Jahr: 2010

Der Entwurf zielt darauf ab, Wohnatmosphären zu schaffen, die konkret auf die Bedürfnisse und Wünsche der jeweiligen Bauherren eingehen. Das Erdgeschoß bleibt nahezu unverändert und geborgen und entspricht dem bisherigen Wohnen, das der Erbauer Heinrich Plank wünscht und gewohnt ist. Er zieht daher von der Dachgeschosswohnung, in der er bisher wohnte, ins Erdgeschoss.

Die Wohnung im ersten Obergeschoss vereint das geborgene „sich zurückziehen können“ mit dem Gefühl der Weite im Dachgeschoss. Herzstück der Wohnung ist ein zweigeschossiger Luftraum, der die Vertikale betont und die gesamte Wohnung mit Licht durchflutet. Das runde Dachfenster bildet einen spannenden Kontrast zu den einfachen und klaren Linien des restlichen Baus. Die Sonderstellung dieses Raums wird dadurch verdeutlicht und Licht bewusst in Szene gesetzt.

Ein gestalterisch und auch innenräumlich wichtiges Element stellt die Fassade im ersten Geschoss dar. Sie dient als Membran zwischen innen und außen und schützt vor Hitze und Einblicken. Vorgesehen sind verschiebbare Elemente in Stahl, die gelocht sind oder horizontale Lamellen haben und ev. farbig bedruckt werden. Durch das immer wieder neue Spiel in der Fassade der Elemente beim Verschieben bekommt der ansonsten sehr einfach und klar gehalten Bau eine gestalterisch abwechslungsreiche und interessante Note.

Die rundumlaufenden Balkone an der Süd-, Ost- und Westseite sind nicht als herkömmliche traditionelle Balkone zu sehen, sondern bilden einerseits durch die vorgehängte Fassade eine Zwischenzone von Innen und Außenraum und andererseits sind sie ein grundlegendes gestalterisches Element der architektonischen Formsprache des Gesamtgebäudes. Das Prinzip einer einfachen klaren Formsprache des Neubaus mit gleichzeitiger Berücksichtigung der inneren Notwendigkeiten und einer Flexibilität in der Nutzung sind grundlegende Entwurfsgedanken.

Das Dachgeschoss öffnet sich großzügig nach allen Seiten und lädt auch durch das extensiv begrünte Dach zum Verweilen ein. Nach Norden hin reicht das Dach bis an die Oberkante des Fußbodens und erhält keine Öffnung, um die Privatsphäre des dahinterliegenden Nachbars beizubehalten.

Aus architektonischer Sicht fügt sich das neue Dachgeschoss von den Proportionen her harmonisch in den Bestand ein und spiegelt doch eine zeitgemäße klare Architekturhaltung wieder.