Sportzone Plans| Wettbewerb: Anerkennung

  • Neubau
  • Auftraggeber: Gemeinde Wengen
  • Ort: Plans Wengen
  • Jahr: 2021

Wettbewerb

Mitarbeit: Cand. Arch Sibel Celik und Arch. Markus Töll

 

Hauptziel des Entwurfs

Ziel des Entwurfs ist es, die geforderten Gebäude möglichst behutsam ins natürliche Gelände zu integrieren und trotz der konträren Funktionen ein harmonisches Ganzes zu schaffen.

Ein langgezogener Baukörper beherbergt die Bergrettungsdienstzentrale, die Umkleiden, Fitness sowie diverse Lagerräume. Auf diesem klar strukturierten Sockelbau ruht dann das Servicegebäude inklusive Kegelbahn und Boulderhalle mit vorgelagerter überdachter Terrasse.

Aufgrund der Ausnützung des natürlichen Geländes und der bewussten Verstrickung der einzelnen Funktionen und Raumhöhen kann sowohl der Sockelbau als auch das darüberliegende Geschoss ebenerdig vom natürlichen Gelände aus erreicht werden.

Der Hauptzugang erfolgt über eine barrierefreie Rampe zwischen der im Osten des Areals vorgesehenen Turnhalle und dem Servicegebäude. Diese Zwischenzone fungiert als gemeinsamer Treff sowie als Spiel- und Aufenthaltsbereich (Tischtennis, ev. Boccia, großes Schach und eingebaute Trampoline). Ein direkter Blick in den Barbereich sowie in die ein Geschoss tiefer liegende Turnhalle ist gegeben.

Als relevant erschien uns eine klare funktionelle Trennung der einzelnen geforderten unterschiedlichen Leistungen:

-          Bergrettung direkt an der Straße positioniert mit direkter Sicht auf die Straße von der Zentrale aus

-          Umkleiden und Fitnessbereich sowohl von der Rampe aus zugänglich als auch vom separaten Treppenhaus

-       Der Rodelverleih ist direkt von der Straße aus über eine Rampe erreichbar und von außen zugänglich. Eine Positionierung dieses funktionalen Baukörpers direkt an der Straße an der Nordostecke des Fußballplatzes ist auch denkbar (siehe Grundrissvorschlag)

-       Die Bar ist zentral zwischen den einzelnen Funktionen positioniert und bildet somit das Herz der gesamten Anlage

-          Die Kegelbahn befindet sich auf der Ebene der Bar.

-      Die Boulderhalle ist separat zugänglich aber von Terrasse und Bar einsehbar. Sie ist so positioniert, dass der Blick auf die westlichen Berge schweift. Die Proportion der Halle ist so gewählt, dass Kletterpaneele unterschiedlicher Neigung hervorragend angebracht werden können und das Lager hinter diesen versteckt werden kann, um möglichst viel Lagerfläche zu erhalten. Es bleibt auch genügend Platz ein Campusboard oder eine Systemwand zu montieren, um effizientes Training zu ermöglichen. Aufgrund des Dachvorsprunges erhält man einen natürlichen passiven Sonnenschutz. Zudem sind große Schiebetüren vorgesehen, die  überdachtes  Klettern im Freien ermöglichen. Auf teure und komplexe Lüftungsanlagen kann dadurch verzichtet werden. Der Weichboden ist durch den Sprung der Decke bündig mit dem Niveau der Terrasse und der Bar

-       Die Turnhalle wurde so positioniert, dass sie statisch und funktionell aufgrund der Distanz zum Servicegebäude ohne großen Aufwand auch in einem zweiten Bauabschnitt verwirklicht werden kann.

Solange sie nicht gebaut ist, kann das Gelände von allen genutzt werden (Volleyballplatz, Korbballfeld, kleiner Bolzplatz,…). Falls gewünscht ist es auch möglich ein begrüntes begehbares Dach auf der Turnhalle zu realisieren um genügend horizontale Spielflächen generieren zu können.

Wichtig war uns, das Selbstversorgungshaus bewusst von den restlichen Gebäuden der Sportzone abzuheben, um dessen autonomen Charakter und die damit zusammenhängende träumerische Aufgabenstellung adäquat umsetzen zu können.

Aus diesem Grund wurde es als schmaler hoher Baukörper ähnlich einem Hochstand in den bestehenden Hang integriert. Aufgrund der schmalen Rückseite und der versetzten Geschosse wird der statische Aufwand minimiert. Von jedem Geschoss aus kann man direkt ins Freie gelangen. Der teils zweigeschossige Gemeinschaftsraum bildet das Herz des Hauses. Er ist als Glaserker mit Blick in den Wald, die Baumkronen und die Berglandschaft im Westen in den sonst geborgenen mit kleinen Fensteröffnungen versehenen Holzkörper eingeschoben.

Den Kindern und Jugendlichen soll bereits beim Betreten des Hauses der ganz bewusste spezielle Charakter bewusst werden. Der Zugang erfolgt von Nordosten aus über einen barrierefreien Weg, der durch den Wald bis zum Eingang des Hauses führt.

Im Erdgeschoss des Selbstversorgerhauses sind Eingang und Schuhraum untergebracht. Eine einläufige Treppe, die dem natürlichen Gelände folgt (bzw. ein Aufzug) führt dann in den gemeinsamen Gruppen und Essraum, der durch die Aussicht sowohl nach Osten als auch Westen sein ganz besonderes Flair erhält, da für die Besucher der Eindruck entsteht, sich mitten im Wald bzw. mitten in der Natur zu befinden. Direkt an den Essraum angrenzend sind Küche, Lager und ein kleines Tages WC. Gruppen- und Essraum bzw. Spielraum werden zweigeschossig als funktionelle Einheit erlebbar gemacht. Der Luftraum, in dem ein engmaschiges begehbares Netz eingezogen wird, verbindet beide Funktionen träumerisch miteinander. Eine Verbindung von der oberen zu unteren Ebene durch ein Klettergerüst und eine Rutschbahn sind vorgesehen.

In den beiden Dachgeschossen sind dann die geforderten Zimmer untergebracht.

Das Selbstversorgerhaus soll in Holzbauweise errichtet werden, die außen mit einer vertikalen Lärchenholzschalung verkleidet wird. Auch innen sollen Lärchenholzschalung sowie Lärchenholzböden zum Einsatz kommen, um eine möglichst warme und natürliche Atmosphäre zu schaffen. Die außenliegenden Holzklappläden dienen einerseits als Sonnenschutz lassen sich aber abschließen, damit das Haus vor Vandalismus geschützt ist, wenn keine Jugendgruppen untergebracht sind.

Der Außenraum soll so natürlich als möglich belassen werden, damit die Jugendlichen die Qualität des Waldes und der umliegenden Natur begreifen können, ohne künstliche Spielgeräte einzubauen. Seilrutschen, Hochseilanlagen, Baumhäuser, Erdhöhlen Riesenschaukeln und vieles mehr lassen sich problemlos im natürlichen Gelände integrieren.

Großes Augenmerk wird auf die endstehenden Zwischen und Außenräume gelegt wobei das Konzept auch ohne Halle gut funktioniert und in der Übergangszeit der große Platz hervorragend nutzbar ist.